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Überarbeitung Gestaltungsplan

Überarbeitung Gestaltungsplan Mühle Rickenbach

Ausgangslage

Der seit 2006 für das Gebiet der Mühle Rickenbach geltende Gestaltungsplan (Bauvolumen ca. 25 MCHF) und die Spezialzone Mühle im lokalen Baureglement sehen eine Umnutzung der Gewerbebauten zu Wohnungen mittels Teilabbrüchen und Umbauten vor. Bisher hat keine bauliche Aktivität stattgefunden. Der Silo und das Maschinenhaus haben sich für Wohnzwecke als nicht umbaubar erwiesen. 2012 haben wir den Auftrag erhalten, die weitere Entwicklung des Projektes Mühle Rickenbach zu führen. 

Herausforderung

Die lokale Baubehörde wollte einen Ersatzneubau im Rahmen des Bewilligungsverfahrens genehmigen. Um weitere nicht zielführende Planungskosten zu vermeiden, wollten wir diesen Grundsatzentscheid beim Kanton abgeholt wissen und wollten aber auch die lokale Baubehörde nicht übergehen. Mit einem einfachen Vorprojekt basierend auf der Annahme Ersatzneubau konnte die Umnutzung der Mühle Rickenbach mittels Ersatzneubau beim Kanton zur Diskussion gebracht werden.

Die Stellungnahme des kantonalen Amtes für Raumentwicklung (ARE) zeigte klar, dass die Bewilligung eines Ersatzneubaus im Rahmen der Baubewilligung nicht möglich ist. Die Anpassung des Gestaltungsplanes für die Realisierung eines Ersatzneubaus konnte gemäss ARE entweder durch Anpassung des bestehenden Gestaltungsplanes oder aber durch Entwicklung eines neuen Gestaltungsplanes erreicht werden (von ARE empfohlen). Auf jeden Fall musste die Rahmennutzungsplanung (Spezialzone Mühle im Baureglement) angepasst werden,wofür eine Gemeindeabstimmung notwendig war. Zudem forderte der Kanton ein Hochhauskonzept sowie ein ausführliches Varianzverfahren mit geschätzten Kosten bis zu 250 TCHF. Vor dem Hintergrund dieser Informationen überlegte sich die Bauherrschaft die Weiterentwicklung der Mühle Rickenbach einzustellen. 

Lösung

Unser ausführliches Studium der Regulatorien rund um die Anpassung von bestehenden Gestaltungsplänen zeigte, dass eine Anpassung des bestehenden altrechtlichen Gestaltungsplanes entscheidende Vorteile bringt, weil eine Anpassung (läuft nach altem PBG) kein Hochhauskonzept und auch kein Varianzverfahren erfordert. Um den Vorstellungen des ARE dennoch möglichst zu entsprechen, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Ortsplaner erreicht, dass der Wettbewerb aus der Zeit der Erarbeitung des bestehenden Gestaltungsplanes weiterbearbeitet werden konnte. Dies mit Begleitung des neuen Vorprojektes durch ein Fachgremium, in dem auch das ARE und die Denkmalpflege vertreten waren.

Am 18. Februar 2015 haben wir anlässlich einer Infoveranstaltung die Bevölkerung der Gemeinde über die geplanten Anpassungen in Baureglement und Gestaltungsplan ausführlich informiert und eine rund 90% Zustimmung für das Projekt erhalten.

Die darauf folgenden Überarbeitungs-Verhandlungen haben wir bestmöglich genutzt, um verschiedene weitere für das Projekt relevante Aspekte zu sichern, so z.B. die Möglichkeit der Nutzung des Daches als Aussichtsterrasse, was die Wohnungen im unteren Bereich des Silos aufwertet.

Nach Genehmigung durch den Gemeinderat ist der Gestaltungsplan zusammen mit dem Planungsbericht und den Sonderbauvorschriften von der Rickenbacher Bevölkerung mit grosser Mehrheit gutgeheissen worden. Auf diesem überarbeiteten Gestaltungsplan ist das Bauprojekt entwickelt worden, welches am 22. Januar 2018 ohne legitime Einsprachen rechtskräftig bewilligt worden ist.  

Nach den Sommerferien ist der Start der eigentlichen Entkernung der Mühle geplant, so dass nur noch die Betonstruktur der Bauten verbleibt. Diese werden in der zweiten Jahreshälfte (voraussichtlich im Verlaufe des Herbstes) mit dem grössten Rückbau-Bagger Europas mit dem Namen A-Rex Stück für Stück abgebrochen (mit einer Art grossen Zange) und direkt zu Recycling-Kies verarbeitet, welcher dann in verschiedene Tiefbauprojekte in der Region wieder verbaut wird. 


Finden Sie hier den Artikel zur Baubewilligung im Tagblatt vom 14.05.2018.